Aerothan ist ein spezielles thermoplastisches Polyurethan, das Schwalbe zusammen mit BASF entwickelt hat. Es dient als Basismaterial für High-End-Fahrradschläuche, den Aerothan Tubes, die in einem patentierten Schweißverfahren in Deutschland hergestellt werden.
Aerothan ist ein Material, das den Fahrradschlauch vollkommen neu definiert: extrem leicht, hochgradig pannensicher und auf geringsten Rollwiderstand ausgelegt.
Schwalbe stellt die neue Generation seiner Aerothan-Schläuche vor. Die extrem leichten und robusten Schläuche sind ab sofort mit einem Schaft aus Aluminium und einem Außengewinde ausgestattet (vorher: Kunststoff). Der sorgt nicht nur für zusätzliche Stabilität und verbessertes Handling, sondern bietet auch diverse Kompatibilitäts-Vorteile.
Gleichzeitig überzeugt der Aerothan-Schlauch mit seinen zentralen Performance-Vorteilen: Minimales Gewicht, sehr niedriger Rollwiderstand und eine hohe Robustheit. Er wurde dafür in allen sechs Fachmagazin-Tests, an denen er teilgenommen hat, als Testsieger ausgezeichnet – zuletzt in der Bike (01/2025) und der Mountainbike (9/2024). Die neuen Aerothan-Schläuche werden wie bisher in der Schwalbe-Zentrale in Reichshof, NRW, produziert und sind ab sofort im Handel verfügbar. Dabei reicht die Auswahl von klein bis groß: Insgesamt bietet Schwalbe 39 verschiedene Artikel an.
Was ist neu?
- Hohe Robustheit
- Sehr geringer Rollwiderstand
- Leistung auf Tubeless-Niveau
- Beitrag zur Kreislaufwirtschaft: Einsatz von Pyrolyseöl spart fossile Ressourcen
- Im Durchschnitt 92% Recyclinganteil* – je nach Schlauchgröße bis zu 97%*
- Vollständig recycelbarer Schlauch - derzeit arbeiten wir am Aufbau eines ganzheitlichen Recycling-Systems
*Recyclinganteil im Produkt, exklusive Verpackung.
Aerothan Tubes sind rund 40% leichter als ein vergleichbarer Schwalbe Extralight Schlauch aus Butyl.
Aerothan Tubes sind rund 40% leichter als ein vergleichbarer Schwalbe Extralight Schlauch aus Butyl.
AEROTHAN TUBE - DIE FAKTEN
Aerothan Tubes sind rund 40% leichter als ein vergleichbarer Schwalbe Extralight Schlauch aus Butyl.
Aerothan Tubes verfügen über einen extrem niedrigen Rollwiderstand auf Tubeless-Niveau.
Aerothan Tubes bieten erhöhten Pannenschutz. Der hohe Durchschlagschutz verhindert plötzlichen Luftverlust.
Der neue Aerothan Schlauch verfügt über einen Ventilschaft aus Aluminium mit Außengewinde (vorher: Kunststoff). Die enorm stabile Konstruktion erleichtert die Handhabung im Alltag und sorgt für eine sichere Verbindung beim Aufpumpen.
Beitrag zur Kreislaufwirtschaft
Auch aus ökologischer Sicht setzt der Aerothan Schlauch neue Maßstäbe.
Gemeinsam mit Partnerunternehmen sorgt Schwalbe dafür, dass Altreifen recycelt und die daraus gewonnen Rohstoffe wieder in die Produktion des neuen Aerothan Tubes eingespeist werden. Dadurch liegt der Anteil zirkulärer Materialien im Aerothan-Schlauch bei rund 91 Prozent, bei gleichbleibend hoher Qualität und Robustheit.
Das verwendete TPU basiert teilweise auf Rohstoffen aus dem chemischen Recycling von Altreifen. Dadurch können fossile Ressourcen eingespart werden und der Schlauch leistet einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.
Der Prozess sieht im Detail wie folgt aus
- Schwalbe bezieht TPU-Material aus dem ChemCycling® von BASF für die Produktion der Aerothan-Schläuche. ChemCycling® ist der Name eines BASF-Projekts zum chemischen Recycling mit dem Ziel, hochwertige Produkte aus chemisch recycelten Kunststoffabfällen in industriellem Maßstab herzustellen.
- Beim ChemCycling® setzt BASF Pyrolyseöl aus Schwalbes Reifenrecycling als Rohstoff ein.
- Das von der Pyrum Innovations AG aus Altreifen gewonnene Pyrolyseöl wird direkt zu Beginn der BASF-Produktion eingespeist und ersetzt dort fossile Rohstoffe für die TPU-Produktion.
- Die recycelten Rohstoffe werden per Massenbilanzverfahren dem zertifizierten Ccycled® TPU zugeordnet. Die Zertifizierung bestätigt, dass die für den Aerothan-Schlauch benötigten Mengen an fossilen Ressourcen durch Pyrolyseöl ersetzt werden.
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Entwicklung
Bei der Entwicklung von Aerothan Tubes ist Schwalbe von Anfang an neue Wege gegangen. Entstanden ist eine High-End-Alternative zu herkömmlichen Fahrradschläuchen. Schwalbe will für jeden Fahrradfahrer das optimale Produkt bieten. In Sachen High-End-Fahrradschlauch wird das zur spannenden Herausforderung. Die Ingenieure müssen die scheinbare Gegensätze von geringstem Gewicht und höchster Pannensicherheit miteinander vereinen. Ein Fall für das Schwalbe Innovation Lab, wo Materialzusammensetzungen und Konstruktionsprinzipien neu entwickelt werden, um nie dagewesene Produkte zu entwerfen. So ist der Aerothan Tube entstanden, der die Erwartungen an einen High-End-Fahrradschlauch nicht nur erfüllt, sondern übertrifft.
Weitere Infos zur Entwicklung findest du hier:
ZUM SCHWALBE LAB
Die Aerothan Tube Auswahl
Der neue Aerothan-Schlauch ist in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Ventilen erhältlich, um sicherzustellen, dass Sie den idealen Schlauch für Ihren Anwendungsfall haben. Die Aerothan-Schläuche gibt es auch in der „Plus“-Version mit erhöhter Dicke und noch höherem Pannenschutz.
Aerothan vs. Butyl: Der Unterschied
Beim sogenannten Plunger Test wird ein Dorn mit kugelförmiger Spitze (1 mm Durchmesser) unter zunehmendem Druck in den Schlauch gestochen bis dieser dem Druck nicht mehr standhält.
Der Aerothan Tube ist allen anderen Schläuchen im Test bei der Krafteinwirkung mit 47 N überlegen und im Dehnverhalten mit 18 mm gleichauf mit einem Schlauch aus Latex.
SNAKE BITE TEST (ROAD)
Beim Snake Bite Test wird ein Fallbeil aus zunehmender Höhe auf den Reifen fallen gelassen, bis der Schlauch durch einen Snake Bite Luft verliert.
Der Aerothan Tube hält größeren Fallhöhen stand als Latex- oder Kunststoffschläuche und bietet damit einen deutlich höheren Schutz vor Durchschlägen.
SNAKE BITE TEST (MTB)
im Mountainbike-spezifischen Snake Bite Test wird ein abgerundetes Fallbeil auf den Reifen fallen gelassen, um Schläge durch Wurzeln und Steine zu simulieren. Dabei wird die Fallhöhe solange vergrößert, bis der Schlauch durch einen Snake Bite Luft verliert.
Der Aerothan Tube liegt auf Augenhöhen mit Tubeless Systemen und bietet beim MTB-spezifischen Testverfahren einen deutlich höheren Schutz vor Durchschlägen als der X-Light Butylschlauch
GEWICHT
Als Gewichtsangabe dient ein Durchschnittswert, für den pro Modell jeweils zehn Schläuche gewogen wurden.
Der Aerothan Tube spart im Vergleich zum Schwalbe Extralight über 50 g Gewicht ein und das bei drastisch besserem Pannenschutz
ROLLWIDERSTAND
Beim Rollwiderstandstest rollt der Reifen mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h. Gemessen wird die Leistung, die für den Erhalt der Geschwindigkeit aufgebracht werden muss.
Der Rollwiderstand mit Aerothan Tube liegt in etwa gleichauf mit dem des Latexschlauchs. Allerdings bei deutlich geringerem Gewicht
HITZEBESTÄNDIGKEIT DYNAMISCH
Beim Hitzebeständigkeitstest wird eine Starttemperatur von 30°C gewählt und bei 78 km/h mit 30% Bremskraft getestet. Zusätzlich wird ermittelt, wie vielen Notbremsungen der Schlauch standhält.
Im dynamischen Test geht der Aerothan Tube als Gewinner hervor und schafft als einziger Schlauch 7 Notbremsungen hintereinander. Alle Aerothan Tubes sind für die Verwendung mit Felgenbremsen zugelassen.
Gut zu wissen: Aerothan Tubes platzen nicht schlagartig. Der Luftverlust erfolgt im Worst Case langsam und das Rad bleibt in der Regel kontrollierbar
Kompatibilität der Schlauchdimension in Abhängigkeit zur Reifenbreite und Innenmaulweite
Reifen sind, abhängig von ihrer Breite, für eine bestimmte Bandbreite von Innenmaulweiten laut DIN EN ISO und ETRTO zugelassen. Der Fahrer hat demnach eine eingeschränkte Wahl zu entscheiden, welche Felge er mit seinem Reifen kombiniert.
Mit breiter werdender Innenmaulweite der Felge wächst die Realbreite des Reifens an. Das reale Reifenvolumen steigt demnach ebenfalls an, weshalb Schläuche aufgrund ihrer zugelassenen Dimensionsfreigabe nicht jede, laut ETRTO zugelassene Reifen-Felgen-Kombination abdecken können.
Beispielsweise ist es möglich, dass ein 32mm breiter Reifen auf einer Felge mit einer 25mm breiten Innenmaulweite zugelassen, die Realbreite des montierten Reifens jedoch nicht 32mm, sondern 33mm ist. In diesem Fall muss auf die nächstgrößere Dimension mit einer Freigabe ab einer Reifenbreite von 33mm ausgewichen werden.
Die folgende Tabelle gibt Dir Aufschluss darüber, ab welcher Reifen-Innenmaulweiten-Kombination du auf den nächstgrößeren Schlauch ausweichen sollst.
| Tube | Size | theoretically allowed rim-width (ref. ETRTO) | not compatible tire/rim combo | compatible item | size of compatible item |
|---|---|---|---|---|---|
| SV4AE | 33/47-349 | 16-30mm | 47mm tire >28mm inner-rim-width | no Aerothan tube option | - |
| SV5-AE | 33/47-406 | 16-30mm | 47mm tire >28mm inner-rim-width | SV6AE | 47/65-406 |
| SV7AE | 23/32-451 | 15-25mm | 30mm tire >23mm inner-rim-width | no Aerothan tube option | - |
| SCV15AE/SV15AE | 23/32-622 | 15-25mm | 30mm tire >23mm inner--rim-width | SV17AE | 33/47-622 |
| SCV17AE/SV17AE | 33/47-622 | 16-30mm | 47mm tire >28mm inner-rim-width | SV19AE | 47/65-622 |
faq
ALLGEMEIN
Aerothan Tubes sind extrem leicht und trotzdem hochgradig pannensicher. Der geringe Rollwiderstand bietet ein sehr dynamisches Fahrerlebnis. Das formstabile Aerothan verleiht dem jeweiligen Bike auch bei niedrigen Luftdrücken eine hohe Fahrstabilität. Zugleich ermöglicht die Formstabilität eine problemlose Montage, weil der Schlauch nicht verrutscht und auch nicht eingeklemmt werden kann. Zu dem ist das Aerothan Material sehr Hitzeresistent, so dass alle Aerothan Schläuche auch mit Felgenbremsen kompatibel sind.
Schwalbe ist der Experte für Tubelessbereifung. Es gibt jedoch Fahrer, die auch im Tubeless-Zeitalter lieber mit Schlauch unterwegs sind. Außerdem gibt es Laufräder, die nicht für Tubeless geeignet sind. Für diese Fälle haben wir Aerothan Tubes entwickelt – die High-End-Alternative zum konventionellen Fahrradschlauch, dessen technische Vorzüge in vielen Punkten auf Augenhöhe mit einem Tubeless-System liegen.
Aerothan Tubes gibt es für die gängigsten Reifengrößen in den Bereichen: Road, Allround und MTB. Eine Übersicht mit allen Größen gibt es in der oben stehenden Tabelle.
Aerothan Tubes gibt es in den Kategorien Road, Allround und MTB, wobei Aerothan aufgrund der besonderen Materialeigenschaften extrem vielseitig einsetzbar ist. Eine Übersicht über alle Einsatzgebiete findest du hier .
Aerothan ist ein flexibler Werkstoff und unterliegt (anders als Feststoffe, wie Metall) limitierten Toleranzen. Trotz aufwendigster Fertigungs- und Kontrollverfahren kann es zu Gewichtsabweichungen von +/- 5% kommen.
Wie alle Schwalbe Schläuche sind auch Aerothan Tubes 100% recycelbar. Im Gegensatz zu klassischen Butylschläuchen bestehen Aerothan Tubes komplett aus einem thermoplastischen Polyurethan - also auch das Ventil. Dadurch wird der Recyclingprozess noch einmal vereinfacht. Genau wie alle anderen Schwalbe Schläuche können Aerothan Tubes über unser Schlauchrecyclingprogramm an uns zurückgeführt werden. Die Wiederverwertung als Fahrradschlauch ist bei Aerothan noch nicht möglich, stattdessen bekommen die recycelten Tubes ein zweites Leben, z. B. als Dichtung oder Dämmmaterial.
Aerothan ist extrem temperaturstabil. Sowohl hohe Temperaturen von bis zu +70°C, als auch Kälte von bis -50°C hält das Material problemlos aus.
WARTUNG & REPARATUR
Der Aerothan Tube kann problemlos mit den Schwalbe Glueless Patches repariert werden. Ein Anrauen wie beim Butyl-Schlauch ist nicht notwendig (!kein Schleif-/Sandpapier verwenden!), stattdessen werden die selbstklebenden Patches direkt auf die zu flickende Stelle angebracht. Dafür sollte die Oberfläche möglichst sauber sein. Die Verwendung von Reinigungsalkohol wird empfohlen, um die Haftung des Glueless Patches zu verbessern. Isopropylalkohol-Tücher in kleiner Umverpackung sind wirksam und können bequem zusammen mit den Glueless Patches getragen/gepackt werden. Wir empfehlen ausdrücklich Schwalbe Glueless Patches, da diese dünner und somit flexibler sind als vergleichbare Produkte anderer Hersteller. Bei selbstklebenden Flicken anderer Hersteller kann es passieren, dass sich kleine Luftkanäle zwischen Flicken und Aerothan Tube bilden und somit wieder Luft aus dem Schlauch entweichen kann. (Zusatz: Defekte im Übergang der Seitenwand zur Lauffläche sind schwieriger abzudichten. Ursächlich ist, dass sich ein Flicken in dem Radius nicht gleichmäßig zum Schlauch ausdehnt und sich partiell ablösen kann. Dadurch entstehen kleinere Luftkanäle, die zu schnellerem Luftverlust führen können. Hier bietet es sich an, zwei Patches überlappend zu verwenden. Siehe unten.)
Bei größeren Löchern oder Schnitten (max. 4 mm) empfiehlt es sich zwei Flicken überlappend über der Defekten Stelle zu verwenden. Hilfreich ist es, die defekte Stelle vorab mit Reinigungsalkohol zu säubern, um die Adhäsion (Klebekraft) des Flickens zu verbessern.
Die Verwendung klassischer Schlauchflicken ist nicht empfehlenswert. Der Kleber (Vulkanisierflüssigkeit) ist speziell für die Anwendung auf (Butyl-)Gummi entwickelt und hält auf Aerothan (TPU) nicht dauerhaft.
Pannensprays erzielen bei Aerothan Tubes keine Abdichtung, da das thermoplastische Polyurethan (TPU) eine sehr hohe Oberflächenspannung hat. Der Einsatz von Pannensprays in Schläuchen aus TPU ist aufgrund der chemischen Zusammensetzung nicht zu empfehlen. Für eine optimale Performance sollten Aerothan Tubes ohne Pannensprays verwendet werden. Der Dauerbetrieb mit Pannensprays ist nicht empfohlen.
Ventil
Der Aerothan Tube hat ein Sclaverand (SV) Ventil in 40mm Länge. Genau wie der Schlauch besteht auch der Ventilschaft aus thermoplastischem Polyurethan und ist ebenfalls 100% recycelbar.
Der Ventileinsatz des Aerothan Tubes ist eingeschraubt und kann bei Bedarf ersetzt werden. Damit ist der Ventilschaft auch für Verlängerungen geeignet.
Tipp: Verlängerungen idealerweise mit einer Verdrehsicherung (Loctite) montieren. Schwalbe (Tubeless-)Ventilverlängerungen passen ideal zum Aerothan Tube (https://www.schwalbe.com/reifenzubehoer/ventilteile/). Es sollten ausschließlich Verlängerungen zum Einsatz kommen, die in den Aerothan Ventilschaft eingeschraubt werden und eine Einschraub-Begrenzung haben.
Ventileinsätze für Aerothan Tubes haben einen speziellen Dichtring aus Gummi. Bei Schwalbe Butylschläuchen kommen Ventileinsätze mit Teflondichtung zum Einsatz. Die mechanischen und thermischen Eigenschaften von Gummi harmonieren deutlich besser in Verbindung mit dem Werkstoff TPU. Das garantiert eine optimale Abdichtung zum TPU-Ventilschaft.
Der Ventilschaftdurchmesser des Aerothan Tubes ist abgestimmt auf den Standarddurchmesser einer (SV) Sclaverand-Ventillochbohrung in einer Felge. Durch das Einschrauben des Ventileinsatzes dehnt sich der Ventilschaft minimal auf. Dies kann zu Engstellen führen. In diesem Fall sollte der Ventileinsatz herausschraubt werden. Anschließend den Ventilschaft durch die Ventillochbohrung der Felge führen und den Ventileinsatz wieder einschrauben. Der Ventilschaft darf auf keinem Fall mechanisch bearbeitet werden. Dies birgt die Gefahr von Defekten.
Eine AV-Ventillochbohrung hat einen Durchmesser von ca. 8,5 mm. Das SV-Ventil des Aerothan Tubes hat einen Durchmesser von ca. 6,1 mm. Dieser Unterschied kann zu Geräuschen während der Fahrt führen und beansprucht das Material überdurchschnittlich. In diesem Fall sollte eine Reduzierhülse verwendet werden, die über den Ventilschaft des Aerothan Tube geschoben wird und in das Ventil in der Ventillochbohrung festhält. Reduzierhülsen oder Ventillochadapter werden nicht von Schwalbe angeboten.
Ein AV-Adapter kann verwendet werden. Für einen sicheren Sitz muss dieser ca. 3-4 Gewindegänge auf das Außengewinde des Ventileinsatzes geschraubt werden.
Der Ventilfuß ist zum Schlauch hin konisch ausgebildet. Es dient als Abstützung des Ventilschafts, um somit starken mechanischen Einwirkungen, beispielsweise Scherkräften, entgegenzuwirken. Der Konus kann bei der Montage auf dem Felgentiefbett aufliegen, zieht sich bei zunehmendem Luftdruck minimal in die Ventillochbohrung hinein. Damit ist der sichere Halt des Ventilschafts in der Ventillochbohrung gewährleistet. Der Ventilfuß ist aus dem gleichen Material wie der Schlauch hergestellt, so dass eine gleichmäßige Ausdehnung von Schlauch und Ventilfuß gegeben ist.
Montage
Wie werden Aerothan Tubes montiert?
Die Montage des Aerothan Tubes erfolgt wie bei jedem anderen Fahrradschlauch. Dank der Formstabilität des Materials verrutscht der Schlauch nicht so leicht und kann auch nicht eingeklemmt werden, was die Montage extrem vereinfacht. Beim Aufpumpen außerhalb des Mantels darf der Aerothan Tube allerdings nur mit max. 0,3 bar befüllt werden.
Die Ausdehnung des Aerothan Tubes ist im Vergleich zu einem herkömmlichen (Butyl-) Gummischlauch zeitlich verzögert. Die Ausdehnung dauert also länger. Beim Anpumpen des Aerothan Tube außerhalb des Reifens sollte nach jedem Pumpstoß ein kleiner Moment abgewartet werden, bis sich die Luft vollständig verteilt und der Schlauch gedehnt hat. Übermäßiges und zu schnelles Anpumpen kann zu Blasenbildung am Schlauch führen. Der Schlauch wäre somit nicht mehr verwendbar.
Das transparente Aerothan Material verfärbt sich bei Kontakt zu den Laufflächen-Compounds. Grund sind Ausdiffundierungen von flüchtigen Stoffen, die nach dem Vulkanisationsprozess freigesetzt werden. Dies tritt insbesondere bei neuen, unbenutzten Reifen auf. Die Verfärbung hat keinerlei Auswirkung auf die Performance oder Haltbarkeit der Schläuche.
Der Aerothan Tube kann außerhalb des Mantels vorsichtig aufgepumpt werden, bis er faltenfrei ist und eine runde Kontur aufweist (entspricht max. 0,3 bar).
Ja, allerdings sollte das Aufpumpen mit CO2 Kartusche ausschließlich im vollständig eingebauten Zustand erfolgen. Außerhalb des Mantels sollte der Aerothan Tube nur vorsichtig befüllt werden, bis er eine runde Kontur hat und faltenfrei ist (entspricht max. 0,3 bar), dafür ist die CO2 Kartusche nicht geeignet.
Ja, allerdings kann die Wiedermontage nur bei gleicher oder größerer Reifenbreite erfolgen.
Dichtmilch erzielt bei Aerothan Tubes keine Abdichtung, da das thermoplastische Polyurethan (TPU) eine sehr hohe Oberflächenspannung hat. Der Einsatz von latexbasierter Dichtmilch bei Schläuchen aus TPU ist aufgrund der chemischen Zusammensetzung nicht zu empfehlen. Für optimale Performance sollten Aerothan Tubes nur in Mänteln ohne Dichtmilch verwendet werden. Der Dauerbetrieb mit Dichtmilch ist nicht empfohlen.
Nach Verwendung von Reifen im Tubelessbetrieb, muss der Reifen von den Rückständen der Dichtmilch so gut es geht befreit werden. Auch kleine, getrockneten Rückstände der Dichtmilch müssen entfernt werden, da diese den Aerothan Tube durch Reibung beschädigen können. Zudem kann es durch bestimmte Inhaltsstoffe in einer Dichtmilch zu Beschädigungen des TPU Schlauchs im Langzeitbetrieb kommen. Neben dem Reifen sollte das Tiefbett der Felge bzw. das Felgenband unbedingt mit Bremsenreiniger oder einer Alkohollösung gereinigt werden.
In dem Fall, dass unterwegs eine Dichtmilch den Reifen nicht mehr abdichten kann, ist die Verwendung des Aerothan Tubes als Erste-Hilfe-Maßnahme natürlich möglich, auch ohne den Reifen komplett von der Dichtmilch zu befreien. Der Schlauch sollte anschließend so schnell und so gründlich wie möglich mit Wasser und einem Tuch oder Reinigungsalkohol gereinigt werden. Keinesfalls dürfen Chemikalien zur Reinigung des Schlauchs verwendet werden. Der Reifen sollte je nach Größe des Defekts ausgetauscht werden.
Talkum ist nicht schädlich für den AEROTHAN Tube. Die Verwendung ist aber auch nicht notwendig, da der AEROTHAN Tube produktionsbedingt mit einem speziellen Gleitmittel versehen ist. Zudem ist die Reibung zwischen TPU-Material des Schlauchs und der Gummikarkasse des Reifens äußerst gering.
Alle Aerothan Tubes sind für Felgenbremsen freigegeben. Aerothan Tubes sind extrem hitzebeständig und halten hohen thermischen Belastungen (beispielsweise im Zuge einer Notbremsung) stand. Zudem entweicht die Luft im Fall einer Überlastung nicht schlagartig, wodurch die Fahrstabilität erhalten bleibt.
Alle Aerothan Tubes sind für die Verwendung mit Carbonfelgen geeignet. Auch hier ist die Hitzebeständigkeit des Aerothan Materials gegenüber Latex und Butyl vorteilhaft.
Reifendrucksensoren können montiert werden, wenn es schraubbare Systeme sind. Diese werden dann auf das sichtbare Außengewinde des Ventileinsatzes geschraubt. Bitte die Kompatibilität mit dem jeweiligen Anbieter klären.
Ein Felgenband ist, richtig eingesetzt, immer ein zusätzlicher Schutz vor Defekten. Der Aerothan Tube ist grundsätzlich mit allen gängigen Felgenbändern kompatibel. Optimal ist die Verwendung mit dem Schwalbe Tubeless-Felgenband (https://www.schwalbe.com/TUBELESS-FELGENBAND-887019). Immer beachtet werden, sollte die richtige Breite des Felgenbands, passend zur Felge. Liegt das Felgenband im Felgenbett nicht sauber von Flanke zu Flanke, kann es zu Reibkante kommen, die den Schlauch angreifen. Siehe dazu auch: https://www.schwalbe.com/technik-faq/felgenband/
Minipumpen mit Pumpenkopf zum Aufschrauben (beispielsweise von Lezyne) können verwendet werden. Dazu muss der Ventileinsatz des Aerothan Tubes fest im Ventilschaft sitzen. Der Pumpenkopf sollte möglichst spannungsfrei auf den Ventileinsatz auf- und wieder abgeschraubt werden. Optimalerweise wird beim Auf- und Abschrauben der Ventilschaft festgehalten und nur das Gewinde des Pumpenkopfs bewegt.
Reifendruck
Dank ihrer enormen Formstabilität können Aerothan Tubes mit deutlich geringeren Luftdrücken gefahren werden als herkömmliche Fahrradschläuche. Für den richtigen Luftdruck kann man sich an den Empfehlungen für Tubeless-Systeme orientieren. Dabei ist zu beachten, dass der eingravierte Minimaldruck auf Schwalbe-Reifen für die Verwendung von Butylschläuchen gilt. Bei der Anwendung von Aerothan Tubes können die Werte unterschritten werden.
Mit dem Schwalbe MTB Pressure Prof lässt sich der optimale Luftdruck im Reifen einfach und schnell online berechnen:
Beim Maximaldruck für Aerothan Tubes sollte der Druckbereich eingehalten werden, der auf der Reifenflanke bzw. der Felge angegeben ist. Wenn der angegebene Reifendruck der Felge niedriger ist als der des Reifens, ist der Maximaldruck der Felge einzuhalten. Bei Unklarheiten den Hersteller kontaktieren.
Aerothan Tubes liegen in Sachen Lufthaltigkeit gleichauf mit Butylschläuchen. Häufiges Nachpumpen, wie beispielsweise bei Latex-Schläuchen, ist daher nicht notwendig. Für die optimale Performance wird empfohlen den Luftdruck regelmäßig zu kontrollieren.
>Der Aerothan Tube kann bedenkenlos im Reifen gelassen werden. Es empfiehlt sich eine leichte Reduzierung des Reifenfülldrucks um ein bis zwei Bar unter dem maximal zulässigen Luftdruck des Reifens. Angaben zum Reifenfülldruck finden Sie auf den Seitenwänden von Fahrradreifen. Mehr erfahren unter: https://www.schwalbe.com/technik-faq/spezielles/