1. Was wir über unsere Produkte sagen, muss belegbar sein
Ab dem 27. September 2026 gelten in der Europäischen Union neue Regeln dafür, wie Unternehmen über die Umwelt- und Sozialeigenschaften ihrer Produkte sprechen dürfen. Wir begrüßen diese Regeln. Sie machen Aussagen vergleichbar und erschweren Greenwashing. Wer belegen kann, was er behauptet, gewinnt dadurch. Wir haben deshalb unsere gesamte Produkt- und Markenkommunikation überprüft: rund 1.800 einzelne Umweltaussagen, systematisch geordnet und juristisch bewertet. Auf dieser Seite zeigen wir Ergebnis und Begründung.
2. Die neuen Regeln in vier Punkten
Die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel (Richtlinie (EU) 2024/825, kurz EmpCo) wurde in Deutschland über eine Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb umgesetzt. Für Umwelt- und Sozialaussagen bedeutet das im Kern vier Dinge.
Pauschale Aussagen ohne Beleg sind unzulässig
Begriffe wie umweltfreundlich, nachhaltig, klimafreundlich, öko oder fair dürfen nicht mehr allgemein verwendet werden. Zulässig sind sie nur, wenn die dahinterstehende Leistung konkret benannt und nachgewiesen ist.
Neutralitätsaussagen auf Kompensationsbasis sind unzulässig
Wer mit Klimaneutralität wirbt und sich dabei auf den Ausgleich von Emissionen stützt, verstößt gegen die neuen Regeln.
Ziele brauchen einen öffentlichen Umsetzungsplan
Wer über Zukunftsversprechen spricht, muss messbare Zwischenschritte, einen Zeitplan und die eingesetzten Mittel offenlegen und den Fortschritt unabhängig prüfen lassen.
Siegel müssen unabhängig kontrolliert sein
Selbst vergebene Label ohne externe Prüfung dürfen nicht mehr verwendet werden.
3. Was das für Reifen und Schläuche im Handel bedeutet
Auf unseren Reifen und Schläuchen selbst steht keine Umweltaussage. Diese Angaben finden sich auf den Verpackungen, auf Hangtags und in Produktbeschreibungen. Unsere Verpackungen werden derzeit umgestellt. Die neuen Fassungen laufen schrittweise in die Auslieferung. Bis die Bestände abverkauft sind, können parallel noch Verpackungen mit älteren Formulierungen im Markt sein. An den Produkten ändert sich nichts. Ihre Qualität, ihre Zusammensetzung und die dahinterliegenden Leistungen sind unverändert. Die Nachweise dafür lagen vor und liegen weiter vor. Neu ist die gesetzliche Vorgabe, wie diese Leistungen benannt und geprüft sein müssen
Erklären statt entsorgen
Wir könnten jede bereits ausgelieferte Verpackung zurückrufen, neu bedrucken oder überkleben lassen. Wir tun es nicht, und zwar aus demselben Grund, aus dem wir seit Jahren Reifen und Schläuche zurücknehmen: Material, das bereits hergestellt ist, gehört nicht in den Abfall.
Eine nachträgliche Umetikettierung würde zusätzliches Material verbrauchen und einwandfreie Verpackungen vernichten. Das widerspräche genau dem Ziel, das hinter den neuen Regeln steht. Wir setzen deshalb auf Erklärung statt auf Entsorgung: Diese Seite und das Informationsmaterial im Fachhandel ordnen die betroffenen Angaben ein, solange Ware mit älterem Verpackungsstand im Markt ist. Unseren Handelspartnern stellen wir das dafür nötige Informationsmaterial für den Verkaufsraum unaufgefordert und rechtzeitig zur Verfügung. Du findest die Hinweise deshalb direkt dort, wo die Ware steht.
Dieses Vorgehen entspricht den Erläuterungen der Europäischen Kommission zur EmpCo-Richtlinie und der gemeinsamen Auslegung des europäischen Verbraucherschutznetzwerks zum Umgang mit Bestandsware.
4. Aussage für Aussage
Durchgestrichen steht die frühere Formulierung. Darüber steht die heutige Fassung oder die Begründung, warum eine Aussage nicht mehr verwendet wird.
Ein Teil des in unseren Reifen eingesetzten Industrierußes ist recycelter Ruß (rCB). Er wird im Schwalbe Recyclingsystem aus zurückgenommenen Altreifen gewonnen. Gegenüber fossil hergestelltem Industrieruß verursacht rCB nach unserer Ökobilanz rund 73 Prozent geringere Treibhausgasemissionen (GWP100).
Berechnet nach ISO 14040 und ISO 14044, Wirkungsabschätzung nach ISO 14067.
Früher
Durch das Recycling sparen wir bis zu 80 Prozent CO2 ein.
Mit fair gehandeltem Naturkautschuk (Fair Rubber e. V.). Der faire Kautschuk wird per Massenbilanz über die Lieferkette bilanziert, nicht physisch dem einzelnen Reifen zugeordnet.
Schwalbe ist seit 2020 Mitglied im Fair Rubber e. V. Für jedes Kilogramm eingekaufter Trockenware wird eine Prämie von 50 Cent an die Erzeugerbetriebe gezahlt. Der Einkauf erfolgt nach dem Massenbilanzansatz. Dabei wird die eingekaufte Menge fair gehandelten Naturkautschuks bilanziell den Produkten zugeordnet, ohne dass sie physisch getrennt verarbeitet wird.
Früher
Ausschließlich mit Fair Rubber produziert.
Auf jedes Kilo Kautschuk zahlen wir eine Prämie.
Hergestellt mit ADDIX Green, Schwalbes Gummimischung mit einem Anteil recycelten Rußes (rCB) aus dem Schwalbe Recyclingsystem und nachwachsenden Rohstoffen wie Naturkautschuk sowie Silica aus Reisschalenasche.
Früher
ADDIX Green, die nachhaltige Gummimischung mit Fair Rubber.
Green Compound ist eine Gummimischung aus Naturkautschuk und recyceltem Latex. Das eingesetzte Rezyklat stammt aus Gummiprodukten wie Handschuhen und Türdichtungen.
Früher
Green Compound, Gummi aus nachwachsenden und recycelten Quellen.
Der GreenGuard Pannenschutzgürtel enthält recycelte und nachwachsende Materialanteile, unter anderem Naturkautschuk und recyceltes Latex.
Früher
GreenGuard, der umweltfreundliche Pannenschutz aus nachhaltigen Materialien.
Butylschläuche von Schwalbe werden über unser eigenes Schlauchrecycling stofflich verwertet. Schlauchkörper und Ventil gehen getrennt voneinander in den Materialkreislauf zurück. Unsere Standard-Butylschläuche enthalten rund 20 Prozent recyceltes Butyl aus diesem Rücknahmesystem. Für Aerothan-Schläuche gilt die Aussage zur Recycelbarkeit im Butylkreislauf nicht.
Früher
100% recycelbar, inklusive TPU-Ventil.
Seit 2018 haben wir unsere Treibhausgasemissionen über die Bereiche Scope 1 bis 3 um 40 Prozent reduziert. Zusätzlich beteiligen wir uns an internationaler Klimafinanzierung und leisten damit Beiträge zu den national festgelegten Klimabeiträgen (NDCs) der jeweiligen Projektländer. Diese Beiträge sind eine Ergänzung zu unserer Emissionsminderung, keine Verrechnung mit ihr. Eine Aussage zur Klimaneutralität leiten wir daraus nicht ab und haben wir nie abgeleitet.
Früher
Klimafreundlich. Wir schützen das Klima.
Seit 2022 haben wir über 2,4 Millionen Altreifen zurückgenommen und verwertet. Die Verwertung läuft vollständig über Pyrolyse. Der dabei gewonnene recycelte Ruß fließt in neue Gummimischungen zurück.
Früher
Wir schließen den Kreislauf vollständig.
Statt einer Alleinstellungsbehauptung nennen wir die Jahreszahlen. Sie sind belegbar und sagen mehr aus:
- Seit 2015 nehmen wir Fahrradschläuche zurück und führen sie in den Materialkreislauf.
- Seit 2020 setzen wir fair gehandelten Naturkautschuk aus dem Fair Rubber e. V. ein.
- Seit 2022 nehmen wir auch Fahrradreifen zurück und verwerten sie über Pyrolyse.
Früher
Erster und einziger Hersteller, der fair gehandelten Naturkautschuk einsetzt.
Das erste ganzheitliche Recyclingsystem der Fahrradbranche.
Für Naturkautschuk aus dem Fair-Rubber-Programm zahlt Schwalbe 0,50 € Prämie pro Kilogramm an die beteiligten Kooperativen.
Früher
Fair und verantwortungsvoll mit den Menschen entlang der Lieferkette umzugehen.
Die Schwalbe Stiftung setzt sich für sicheren, bezahlbaren und selbstbestimmten Zugang zu Mobilität ein.
Früher
Mobilität sozialer und zukunftsfähiger zu machen.
Ride. Return. Repeat.
This tire is part of Schwalbe's Full Circle – our system for circular thinking. Your old tire becomes raw material, not waste. Millions of tires have been returned and recycled since 2022.
Früher
This tire is part of Schwalbe's Full Circle –
our way of circular thinking and creating positive impact.
We design products that last longer,
use fewer resources, and come back
to life through innovative recycling.
What we ride today, shapes tomorrow.
Every choice matters. Every ride counts.
Let's ride Full Circle.
Allgemeine Aussagen ohne konkreten, überprüfbaren Nachweis sind nach den neuen Regeln nicht mehr zulässig. Sie entfallen. Wo eine belegbare Leistung dahintersteht, benennen wir sie konkret, siehe Reiter „Genauer gefasst".
Früher
Umweltfreundlich. Nachhaltig. Ökologisch. Grün. Fair produziert.
Nicht belegbare Superlative und ungenaue Prozentangaben zur Schadstofffreiheit entfallen ersatzlos.
Früher
Schwalbes umweltfreundlichster Fahrradreifen.
Zu 99 Prozent schadstofffrei.
Zu 98 Prozent schadstofffrei.
Die Angabe eines pauschalen Prozentsatzes an „circular materials" ohne Differenzierung nach Massenbilanzansatz entfällt.
Früher
91 Prozent circular materials.
Ein pauschaler Vergleichswert zum CO2-Fußabdruck des Vorgängermodells ohne offengelegte Berechnungsgrundlage entfällt.
Früher
Um 41 Prozent reduzierter CO2-Fußabdruck gegenüber dem Vorgänger.
Wir haben uns langfristige Ziele gesetzt. Nach den neuen EU-Vorgaben dürfen wir solche Ziele nur dann kommunizieren, wenn ein überprüfbarer Umsetzungsplan öffentlich zugänglich ist. Unsere Pläne enthalten messbare Zwischenziele, die zugeordneten Ressourcen und die Verantwortlichkeiten.
Bis 2040 wollen wir kein Abfallmaterial mehr in die Beseitigung geben und unsere Materialien vollständig im Kreislauf führen.
Bis 2040 wollen wir Net-Zero über die gesamte Wertschöpfungskette erreichen. Unsere Klimaziele sind von der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert (Nah- und Langfristziele, Basisjahr 2018, validiert 2022).
An weiteren Themen arbeiten wir mit längerem Horizont. Dort entwickeln wir zunächst die Methoden, mit denen sich Wirkung überhaupt belastbar messen lässt. Sobald ein Feld überprüfbare Zwischenziele und einen Umsetzungsplan hat, kommt es hier dazu. Über den Fortschritt berichten wir jährlich in unserem CSR-Magazin.
5. Rechtsgrundlagen und Quellen
- Richtlinie (EU) 2024/825 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Februar 2024 zur Änderung der Richtlinien 2005/29/EG und 2011/83/EU im Hinblick auf die Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2024/825/oj/eng
- FAQ der Europäischen Kommission zur EmpCo-Richtlinie https://commission.europa.eu/document/download/3c257883-bb2a-4dd9-a6dc-501d587bb34f_en?filename=faq-empowerting-consumers-gtd.pdf
- Gemeinsame Auslegung des CPC-Netzwerks zum Umgang mit Bestandsware unter der Richtlinie (EU) 2024/825, Juni 2026 https://www.economie.gouv.fr/files/files/directions_services/dgccrf/actualites/2026/Greenwashing-Final-CPC-common-understanding-on-old-stock-situations-June-2026.pdf
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb in der ab dem 27. September 2026 geltenden Fassung https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/43/VO.html