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Schwalbe Profil 2018/3

Unternehmen Schwalbe profil 3 2018 5 Waldmenschen baut. Sie gehen in den Waldkindergarten, die Waldschule und schließlich in die Walduni. Acht Jahre dauert die Ausbildung eines Orang-Utan-Kindes, bis es fit ist für die Auswilderung, zunächst auf eine geschützte Insel und etwa ein Jahr danach in die Freiheit. Dafür besitzt oder verwaltet die BOS mehr als 460.680 Hektar Regenwald, aber nur ein Teil davon ist gesetzlich geschützt. Nur in diese geschützten Gebiete werden jährlich rund 50 bis 100 Tiere ausgewildert und anschließend noch mehrere Jahre beobachtet. Ergebnis: Mindestens 75 Prozent der Tiere geht es gut, die anderen sind zwar vom Monitor verschwunden, was aber nicht heißen muss, dass es ihnen schlecht geht. „Wichtiges Ziel“, so die BOS, „ist der stetige Ausbau der geschützten Areale in den kommenden Jahren – durch Käufe, Nutzungsrechte und enge Kooperation mit der Regierung.“ Denn Tiere zu retten und wieder auszuwildern reicht nicht, um eine Art vor dem Aussterben zu retten. Wer nachhaltigen Artenschutz betreiben will, muss ihren Lebensraum bewahren. Der Regenwald und die Tiere können nur geschützt werden, Mit der „Affenkinderkutsche“ geht es in den Waldkindergarten. wenn die Menschen davon pro- fitieren und ihnen nachhaltige, neue Methoden zur Nutzung der Regenwälder aufgezeigt werden. Statt den Wald zu zerstören, lernen sie, wie sie durch nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes ihren Lebensunterhalt verdienen können. Dafür unterhält die Stiftung nicht nur Entwicklungsprojekte, sondern vergibt auch Mikrokredite, um etwa die Rattan- und Kautschukproduktion, Fischzucht oder eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Dieser ganzheitliche Ansatz, der Menschen, Tiere sowie lokale und landesweite Behörden verbindet, macht die BOS langfristig erfolgreich. Intelligent und einfühlsam „Wie sie miteinander umgehen und wie sie auch uns Menschen einschätzen können – dadurch wirken Orang-Utans nicht wie Tiere, sondern eher wie Wesen zwischen Mensch und Tier“, sagt Carsten Zahn beeindruckt. „Für einen Moment einem neugierigen Jungtier aus kurzer Distanz in die Augen zu schauen, das war mein intensivster Moment auf dieser Reise.“ Orang-Utans, die 97 Prozent der Gene mit den Menschen teilen, sind so einfühlsam und intelligent wie kein anderes Tier. Die „Waldmenschen“, wie sie in Indonesien genannt werden, erkennen sich auf Fotos, benutzen Werkzeuge und wissen mit mehr als tausend Pflanzenarten etwas anzufangen. „Mit eigenen Augen zu sehen, wie professionell und nachhaltig die BOS arbeitet und zu wissen, dass dadurch ein Stück wirklich einzigartige Natur und Lebensraum für diese einzigartigen Wesen bewahrt wird, das wird für uns unvergesslich sein.“ Nodys großer Tag: Ist der Orang-Utan fit für die Freiheit, wird er in einem geschützten Gebiet ausgewildert. Nody denkt nicht lange nach. „Frank“ tauften Carsten und Malou Zahn diesen kleinen Neuankömmling, Frank Bohle stand Pate dafür. Seit acht Jahren unterstützt Schwalbe die BOS. Unterricht in der Waldschule. Fotos (4): BOS Foundation


Schwalbe Profil 2018/3
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