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Schwalbe Profil 2018/3

Futtersuche, Nest bauen, klettern: In der Waldschule lernen die Orang-Utan- Kinder von ihren Pflegern, was ihnen sonst ihre Mutter beibringen würde. Vom Schutz der Orang-Utans auf Borneo profitieren viele: Wer ihren Lebensraum bewahrt, hilft nicht nur den vom Aussterben bedrohten Menschenaffen, sondern auch den Menschen in der Region und dem Klima. In Indonesien, dem Land, in dem Schwalbe seit 1993 seine Reifen produziert, unterstützt das Unternehmen die Borneo Orangutan Survival Fondation (BOS). 4 Schwalbe profil 3 2018 Unternehmen Besuch bei den Waldmenschen nicht gebremst“, freute sich Carsten Zahn über die Willens- stärke und den Enthusiasmus seiner 19-jährigen Tochter. Nach zehn Tagen durften sie dann, aus Quarantänegründen, die BOS-Station in Samboja Lestari besuchen. Fit für die Freiheit Samboja Lestari ist eine von zwei Rettungsstationen, in denen verwaiste und gerettete Orang-Utans fit für ein Leben in Freiheit gemacht werden. Rund zwei Neuzugänge verwaister Orang-Utan-Babys gibt es jeden Monat. Meist wurden die Mütter von Wilderern oder Plantagenarbeitern getötet. Häufig rückt das Rettungsteam aber auch aus, um illegal gehaltene Orang-Utans abzuholen oder Tiere einzufangen, deren Lebensraum zerstört wurde. In den Rettungsstationen der 1991 gegründeten Foundation werden zurzeit mehr als 550 Orang-Utans versorgt und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. „Wie Menschenkinder lernen kleine Orang-Utans nicht durch ihren Instinkt, sondern durch Nachahmen“, durften Carsten und Malou Zahn in der „Waldschule“ beobachten. Die Pflegerinnen bringen dem Orang-Utan-Nachwuchs bei, was sie sonst von ihrer Mutter lernen würden, etwa wie man Früchte knackt, welche Pflanzen essbar sind oder wie man ein Nest Seit Carsten Zahn vor acht Jahren unter vielen Projekten die Borneo Orangutan Survival Foundation auswählte, liegt sie ihm besonders am Herzen. Damals hatte ihn sein Chef Frank Bohle beauftragt, in Indonesien eine gemeinnützige Organisation zu suchen, für die sich Schwalbe langfristig engagieren könnte. Zahn entschied sich für die BOS als weltweit größte Organisation zum Schutz der roten Menschenaffen. Denn ihr natürlicher Lebensraum, der Regenwald auf Borneo und Sumatra, ist massiv durch Rodungen für Landwirtschaft und Industrie bedroht. Jetzt hat der langjährige, ehemalige Marketingleiter, der sich zurzeit gesundheitsbedingt eine Auszeit nimmt, die Stiftung in Borneo gemeinsam mit Tochter Malou zum ersten Mal besucht. Zahn, der schon Afrika mit dem Fahrrad durchquerte und Jahr für Jahr in den Osterferien an seiner Weltumradlung arbeitet, verzichtete diesmal auf sein Zweirad. Für Vater und Tochter wurde der Besuch der drittgrößten Insel der Welt zu einer jener Reisen, nach denen man die Welt mit anderen Augen sieht. „Der Regenwald war das Allergrößte für Malou. Die unberührte Natur in ihrer ganzen Vielfalt mit riesigen, uralten Bäumen. Ihre Begeisterung wurde auch durch unwegsamste Pfade, körperliche Anstrengung, permanentes Schwitzen und reichlich Blutegel und anderes Ungeziefer Malou Zahn und Vater Carsten sägen Bambusrohre zu, die mit Futter gefüllt werden. Damit sind die Orang-Utans eine Weile beschäftigt und müssen sich überlegen, wie sie an das Futter kommen. Weitere Informationen: BOS Foundation www.orangutan.or.id


Schwalbe Profil 2018/3
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